Stimmen zum Amoklauf in Winnenden

[S]selbstverständlich wird die grauenhafte Faszination der Mordtat medial vollkommen ausgebeutet, in Sondersendungen und “Brennpunkten”, ist ja geiler Content — irgendeine wirkliche Information wird sich freilich nicht damit verbinden, sondern nur der Versuch der Volkskonditionierung und Gehirnwäsche unter dem Knall der Angstpeitsche.

Das ist nämlich alles schon einmal dagewesen.

Genau, wie es schon einmal dagewesen ist, dass niemand davon sprechen wird, dass alle so genannten “Amokläufer” in der BRD sich ausgerechnet eine Schule als Kulisse für ihre Mordtaten auswählen. Dieses naheliegende Muster wird hingegen nicht weiter gedeutet, man spricht lieber von “Killerspielen” als von “Killerschulen“. Die Konditionierung der Menschen in der BRD ist schließlich das Ziel der medialen Desinformation.

Je weniger die Menschen darüber nachdenken, dass die strukturelle Gewalt der BRD-Gesellschaft das Potenzial hat, eine konkrete, verzweifelte und mörderische Gewalt bei Menschen hervorzubringen, die genau fühlen, dass sie nichts mehr zu verlieren und niemals etwas zu gewinnen hatten, je mehr die Menschen in Unkenntnis der Ursachen solcher Gewaltexzesse mit einer dumpfen Angst dressiert werden, desto leichter kann man ihnen die “Segnungen” eines ebenfalls gewalttätigen Präventionsstaates verkaufen.

Via: Déjà vu in Winnenden?

Schon seit Jahrhunderten findet man Brotesser involviert in die schlimmsten Verbrechen.
Es ist an der Zeit Brot zu verbieten! Wer kann sein Kind noch ruhigen Gewissens auf die Straße lassen, solang das Brot in Deutschland nicht verboten wurde?

Via: Das Brot muss Weg!

Für einen Sender wie das ZDF sollten wichtige Fakten nicht einfach in der Berichterstattung ausgelassen werden. Der Junge Mann (der Täter) kommt nach Informationen aus einer funktionierenden und gut betuchten Familie und hat eine Ausbildung abgeschlossen. Er wurde nicht der Schule verwiesen, sondern hat sie völlig regulär verlassen. Er war unauffällig wie viele andere Menschen auch, die keine Amokläufer waren/sind/werden. Er hat sich im Tischtennisverein TTV Erdmannhausen engangiert und hatte somit ständig sozialen Kontakt zu Menschen. Das passt so gar nicht zu der Einzelgänger-Aussage. Seine Horrorfilmsammlung und seine Computerspiele erinnern mich sehr an meine eigene Sammlung.
[...]
Das ganze Bild des Täters unter Hinzunahme aller Informationen (z.B. warum flüchtet der Amokläufer? Alle mir bekannten Amokläufe endeten mit dem freiwilligen Selbstmord des Täters noch vor Ort, hier versucht der Täter sogar noch in Wendlingen während der Schießerei zu flüchten) passt so gar nicht zum Stereotypen, der uns so viele Jahre in den Medien serviert wurde. Wenigstens das wird ansatzweise in der Sondersendung im Anschluss an die heute-Sendung erwähnt. Aber ist das genug?
[...]
Gerade weil die Art der Berichterstattung niemals die Toten zurückholen kann oder den Betroffenen Trost spenden kann, sollte es im Sinne des ZDF sein, endlich anzufangen, sich mit dem Thema Amoklauf seriös und differenziert auseinander zu setzen.

Via: Aktuelle Berichterstattung über den Amok-Lauf in Winnenden

Fernab dessen müsse zudem geklärt werden, ob Tim K. Killer- und Gewaltspiele auf dem Computer gespielt habe: “Nicht jeder Nutzer macht einen Amoklauf, aber ein hoher Anteil unter den Amokläufern hat Killerspiele genutzt”, so Beckstein zu SPIEGEL ONLINE: “Da sollten wir nachbohren.”

Via: STREIT ÜBER KONSEQUENZEN – Union und Polizisten lehnen schärferes Waffenrecht ab

Ich wette, ein großer Teil ist auch zur Schule gegangen. Vielleicht sollte man da mal nachbohren.

Via: http://brightbyte.soup.io

In den RTL- und den heute-Nachrichten sah und hörte man eine Frau, die auf einem Parkplatz stand und erzählte, dass ihre Tochter nur durch einen beherzten Sprung aus dem Fenster gerettet worden sei, jetzt zu Hause sitze und sie nicht wüßte, wie sie ihrer Tochter nach solch einem traumatischen Erlebnis helfen könne. Mein spontaner Gedanke: „Geh, verdammt noch mal nach Hause und nimm deine Tochter in den Arm, anstatt extra zum Tatort zu fahren und Scheißinterviews zu geben, nur um deine Fresse später im Fernsehen zu sehen,” wurde nach einigem Nachdenken vom Gedanken: „Geh, verdammt noch mal nach Hause und nimm deine Tochter in den Arm, anstatt extra zum Tatort zu fahren und Scheißinterviews zu geben, nur um deine Fresse später im Fernsehen zu sehen, du blöde Kuh,” abgelöst.
Ich habe Liveschalten von Reportern gesehen, die vor der Gartenzwergfabrik des Schwagers vom Nachbarn des Onkels vom Täter standen und erzählten, dass der Täter vermutlich einige DVDs mit Horrorfilmen besessen hätte und ich dachte: „?!” (— Alberto Green — 11. März 2009, 21:51)

Via: Tag der Trauer

Historiker wissen, Amokläufe sind für die gesamte Geschichte belegbar. Im Gegensatz zu Computerspielen.

Via: Udo Vetter auf Twitter

Der Täter unterscheidet sich von jedem anderen Jugendlichen vor allem durch eines: Die Tat. Ansonsten ist er wie jeder andere. Völlig normal. Er würde bis heute niemandem auffallen, wenn er nicht im Kampfanzug und schwer bewaffnet in die Realschule gegangen wäre. Er könnte mein Sohn sein, wenn er auch bei mir keine Baretta im Schlafzimmer finden würde. Jetzt erst versucht man die Differenz zu den anderen Jugendlichen zu finden – Ballerspiele, Isolierung etc. . Es muss Gründe geben, so nannte das gestern Hurrelmann. Also wird man welche finden. Denn wenn dieser Junge normal wäre, dann erst müsste man sich mit den Lebensumständen von ihm – und allen anderen Jugendlichen – beschäftigen. Um das zu vermeiden, benötigt man die Pathologisierung seiner Persönlichkeitsstruktur.

Via: Er ist in unserer Welt zum Mörder geworden

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3 Responses to “Stimmen zum Amoklauf in Winnenden”

  1. nachgeblogt.de Says:

    nachgeblogt.de

    Dort ist ein ganz frisches Interview mit dem Betreiber der Seite krautchan.net “Tsaryu”

  2. Chriss´ Blog Says:

    Stimmen zum Amoklauf in Winnenden (2)…

    Der ARD Brennpunkt vom Donnerstagabend präsentierte uns zunächst genüßlich den baden-württembergischen Innenminister Heribert Rech, der noch einmal erklären durfte, Tim K. habe seinen Amoklauf in aller Drastik in einem Online-Forum angekündigt (…

  3. lars Says:

    Natürlich brauchen Jungs Computerspiele.

    ABER: nur die doofen Jungs kaufen sich welche.

    Die intelligenten Jungs erfinden sich die Computerspiele nämlich gleich selber (ohne digitale Unstimmigkeiten wie Pixel, schlecht gemachte Lichtverhältnisse, Zuckeln, etc).

    In meinem Kopf habe ich zum Beispiel eine hyperreale Voll-Simulation der gesamten Geschichte der Menschheit (inkl. alle Kunstwerke), vier Flugsimulatoren, drei ego-shooter und vier Rollenspiele.

    Da wird mir auch im Zug nie langweilig… (ich habe auch weder Handy noch X-Box noch Fernsehen – brauche ich ja nicht; mein Kopf liefert mir ja alles frei Haus).

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