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Wem nützen Raubkopien? Allen!

Wednesday, December 30th, 2009

Eben beim Schockwellenreiter einen Auszug aus einem ausführlichen Essay des Schriftstellers Paulo Coelho gefunden, in dem Coelho erläutert, weshalb er unter dem Pseudonym Pirate Coelho “Raubkopien” seiner eigenen Bücher veröffentlicht.

Der Begriff von »Gier« ist nicht nur in der Finanzwelt ein problematischer Faktor, sondern in jedem Geschäftsbereich, wo ein Monopol beansprucht werden soll, sei es auf ein bestimmtes Produkt oder eben auf die Verbreitung von Informationen. In meinem Fall war es so, daß die Leute anfingen, meine Bücher am Bildschirm zu lesen, dann aber in einen Buchladen gingen und eine gedruckte Ausgabe kauften – was auf Dauer praktischer und billiger ist. Und so ging das jahrelang. [...]

Die Musikindustrie hat schwer darum gekämpft, Napster schließen zu lassen, nur um dann mit ansehen zu müssen, wie andere Filesharing-Portale wie Pilze aus dem Boden schossen. Das Verlagswesen sieht sich nun neuen Produkten wie Kindle, Nook, dem Sony-Reader sowie diversen Anwendungen für iPhone und Blackberry gegenüber, die es dem Autor, der früher seiner Bücher kostenlos in einem Blog veröffentlichte, ermöglichen, seine Werke in elektronischer Form zu vermarkten. Und so kann es passieren, daß Buchverlage – genau wie einst die Plattenfirmen – irgendwann überflüssig werden.

In Ländern, wo Filesharing verboten werden soll (in Frankreich ist dieses Jahr eine entsprechende Gesetzesvorlage durchgebracht worden) werden die Autoren bald einen Wettbewerbsnachteil haben. Verbote sind selten eine Lösung. Viel klüger wäre es, die Vorteile der neuen Technologie zu nutzen, um gute Literatur zu unterstützen und zu verbreiten.

Viele sagen, daß ich mir das nur leisten kann, weil meine Bücher so hohe Auflagen erreichen. Dabei ist es genau umgekehrt: Meine Bücher erreichen so hohe Auflagen, weil ich mir Mühe gebe, meine Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ergänzende Info des Schockwellenreiters:

Paulo Coelho hat bis heute 26 Bücher geschrieben. Alleine »Der Alchimist« wurde mehr als 65 Millionen mal verkauft, obwohl auch dieses Buch auf den Seiten von Coelho zum kostenlosen Download in diversen Sprachen angeboten wird.

Den kompletten Essay gibts bei der Berliner Zeitung.

Via: http://www.schockwellenreiter.de/

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